Destination Weddings: Wo deutsche Paare im Ausland heiraten

Der Traum von einer märchenhaften Destination Wedding im Ausland ist unter Paaren in Deutschland weit verbreitet, doch die Realität sieht anders aus: Rund jedes fünfte verlobte Paar in Deutschland zieht eine Destination Wedding in Erwägung, aber nur rund 3 % heiraten am Ende wirklich im Ausland.

Aber warum scheitert der Traum für die meisten? So verlockend die Idee ist, die Realität holt Paare schnell wieder ein. Kosten, Logistik, Bürokratie, Gästelisten und Co. sind bereits im Inland aufwändig und multiplizieren sich bei einer Hochzeit im Ausland deutlich. Hochzeitslocations allein kosten hierzulande bereits durchschnittlich über 8.500 Euro, und im Ausland steigen die Kosten noch weiter. Besonders im aktuellen wirtschaftlichen Klima macht das Preisschild aus einem Traum schnell ein Ding der Unmöglichkeit.

Der Bridebook Wedding Report nimmt den Trend anhand einer Umfrage genauer unter die Lupe: Welche Länder sind bei deutschen Paaren besonders beliebt, welche Faktoren beeinflussen die Entscheidung für eine Hochzeit im Ausland – und was hält sie letztlich davon ab?

Heiraten im Ausland 2026

Destination Weddings gehören zu den Top-Hochzeitstrends 2026, doch wie kommt es, dass sich am Ende so viele dagegen entscheiden? Welche Kriterien beeinflussen den Entschluss am stärksten? Wir haben uns die Beweggründe, Wünsche und Sorgen der Paare genauer angesehen. Das haben wir herausgefunden:

Die wichtigsten Ergebnisse:

  • 65,4 % der Befragten gaben an, dass sie entweder eine Destination Wedding in Erwägung ziehen oder diese aktiv planen. Damit kommt eine Hochzeit im Ausland für mehr als 6 von 10 Paaren in Deutschland in Frage.
  • Doch so manch eine Hürde macht dem Traum von einer Destination Wedding einen Strich durch die Rechnung: 80,3 % würden eine Hochzeit im Ausland definitiv oder wahrscheinlich bevorzugen, wenn die größten Hürden wie Kosten und organisatorische Herausforderungen wegfallen würden.
  • Dabei ist das Preisschild für die meisten Paare die mit Abstand größte Herausforderung: 80 % der Befragten gaben an, dass hohe Kosten die größte Hürde bei der Planung einer Destination Wedding darstellen.
  • Auch die Gästeliste bereitet vielen Kopfschmerzen: Mit 62,9 % machen sich mehr als die Hälfte der Paare Sorgen, dass Freunde und Familie nicht zu einer Hochzeit im Ausland kommen würden.
  • Für die Mehrheit der Paare wäre finanzielle Unterstützung die Lösung: 62,6 % der Befragten gaben an, dass eine Destination Wedding für sie realistischer wäre, wenn sie dabei finanziell unterstützt würden.
  • Ebenso wichtig ist die Organisation der Reise für die Gäste: Mit 62,7 % geben über die Hälfte der Befragten an, dass sie eher im Ausland heiraten würden, wenn die Anreise für die Gäste einfacher wäre.
  • Der Großteil aller Paare bevorzugt es, in der Nähe zu bleiben: Für 83,4 % ist Europa die beliebteste Hochzeitsdestination, gefolgt vom Mittelmeer (25,5 %). Jeder Fünfte bevorzugt dagegen weiter entfernte Destinationen: 21,2 % geben Asien und 20,9 % die Karibik als bevorzugtes Ziel an. Knapp jeden Sechsten (16,3 %) zieht es dagegen nach Nordamerika.

Italien ist das beliebteste Ziel für Hochzeiten im Ausland

Das sind die Top-Hotspots für Destination Weddings

Infografik zeigt die beliebtesten Destination-Wedding-Hotspots weltweit mit Spanien und Italien als führende Reiseziele für Hochzeiten im Ausland
Die beliebtesten Reiseziele für Destination Weddings weltweit im Überblick

Europa ist die mit Abstand beliebteste Hochzeitslocation für Deutschlands Paare. Dabei nennen mehr als ein Viertel der Befragten (27,3 %) Italien als ihre Wunschdestination. Von den Weinbergen der Toskana bis zu den spektakulären Kulissen der Amalfiküste bietet Italien die besten Voraussetzungen für eine Traumhochzeit ohne lange Anreise.

Rund jeder Fünfte (20,2 %) entscheidet sich für Spanien. Lebhafte Städte, paradiesische Strände und atemberaubende Landschaften machen Spanien zu einer Top-Adresse für eine Hochzeit in Europa.

Bronze geht an Japan: 15,4 % der Befragten zieht es ins Land der aufgehenden Sonne. Jahrhundertealte Tradition und Kultur machen Japan zu einer beliebten Alternative zu Europa für eine unvergessliche Hochzeit – die jedoch eine deutlich längere Anreise verlangt.

Rund jedes zehnte Paar möchte dagegen über den großen Teich: 10,2 % würden die USA für ihre Destination Wedding wählen. Direkt dahinter folgt ein weiteres europäisches Land: 10 % der Befragten nennen Griechenland mit seinen malerischen Inseln und dem historischen Flair als bevorzugte Location für ihre Traumhochzeit.

Die Zahlen zeigen eindeutig: Europa führt das Ranking der beliebtesten Hochzeitslocations in Deutschland klar an. 83,4 % der deutschen Paare bevorzugen den eigenen Kontinent. Dahinter folgen Asien mit 21,2 %, die Karibik mit 20,9 % und Nordamerika mit 16,3 %. Trotz der exotischen Reize ferner Reiseziele bleibt Europa mit seiner Vielfalt und einfachen Erreichbarkeit nach wie vor beliebt.

Generationen im Vergleich: So hoch im Kurs sind Destination Weddings

65,6 % der Gen Z können sich vorstellen, im Ausland zu heiraten

Infografik zeigt die Beliebtheit von Destination Weddings nach Generationen, wobei die Generation Z den größten Anteil an Hochzeiten im Ausland ausmacht
Destination Weddings sind besonders bei der Generation Z beliebt

Eine Destination Wedding kommt nicht für jede Generation gleichermaßen infrage. Die Generation Z, also diejenigen, die etwa zwischen 1995 und 2012 geboren wurden, zeigt laut der Umfrage das größte Interesse: 65,6 % von ihnen sind an einer Hochzeit im Ausland interessiert.

Mit großem Abstand folgen dahinter die Millennials. Von ihnen haben 29,9 % Interesse an einer Destination Wedding. Mit 3,5 % der Befragten ziehen Paare der Generation X dies nur kaum in Betracht. Die Baby Boomer bilden das Schlusslicht. Bei den zwischen 1946 und 1964 Geborenen ist das Interesse an einer Hochzeit im Ausland mit 1 % verschwindend gering.

Obwohl fast zwei Drittel der Gen-Z-Befragten Interesse zeigen, machen auch sie sich Gedanken über Kosten, Organisation und Gästelisten: 83,8 % der Gen-Z-Befragten geben an, dass sie eine Destination Wedding definitiv oder wahrscheinlich in Erwägung ziehen würden, wenn Faktoren wie hohe Kosten, organisatorische Herausforderungen, Sorgen über die Anwesenheit von Gästen und rechtliche Hürden kein Thema wären.

Kosten sind die größte Hürde für eine Hochzeit im Ausland

Diese Faktoren halten Paare von einer Destination Wedding ab

Infografik zeigt die größten Hürden für Destination Weddings, wobei hohe Kosten und organisatorischer Aufwand die häufigsten Bedenken von Paaren sind
Warum Paare bei einer Destination Wedding zögern: Die größten Herausforderungen

Obwohl Destination Weddings zu den Hochzeitstrends 2026 gehören, stehen Paare vor erheblichen Herausforderungen. Die Ergebnisse des Bridebook Wedding Reports zeigen eindeutig, dass die Kosten die höchste Hürde darstellen: Für 8 von 10 Befragten ist eine Destination Wedding einfach zu teuer.

Hinzu kommen organisatorische Herausforderungen. Für fast zwei Drittel der Befragten (65,4 %) ist es zu aufwändig, eine Hochzeit im Ausland zu organisieren. Zudem bereiten rechtliche und administrative Aspekte vielen Paaren Kopfzerbrechen. Mit 50,4 % nennt fast die Hälfte der Befragten diesen Punkt als Herausforderung.

Viele befürchten zudem, dass Freunde und Verwandte nicht an einer Hochzeit im Ausland teilnehmen können. Für 17,9 % der Befragten ist dies ein Grund, der sie von einer Destination Wedding abhalten würde.

Doch mit wie vielen Gästen rechnen die Paare bei ihrer Hochzeit überhaupt? Mit 37,1 % plant der größte Anteil der Befragten, zwischen 20 und 50 Gäste einzuladen. 22,7 % planen eine größere Hochzeit mit 50 bis 100 Gästen. Rund 1 von 5 Paaren (20,9 %) plant dagegen eine deutlich kleinere Feier mit maximal 20 Gästen. Demgegenüber stehen nur 5,9 %, die eine große Hochzeit mit über 100 Gästen planen. Angesichts dieser Gästezahlen überrascht es nicht, dass die mit einer Hochzeit im Ausland verbundenen Kosten als größte Hürde genannt werden.

Was eine realistische Lösung darstellen könnte

Würden bestimmte Herausforderungen wegfallen, käme eine Hochzeit im Ausland für deutlich mehr Paare infrage. Mit 48,4 % sind sich knapp die Hälfte der Befragten einig, dass einfachere Anreisemöglichkeiten für Gäste eine Hochzeit im Ausland zugänglicher machen würden. Für 46,3 % würde finanzielle Unterstützung dabei helfen, den Traum einer Destination Wedding zu verwirklichen.

Mit 24,6 % wäre für knapp ein Viertel der Befragten ein Paketangebot bei der Umsetzung einer Destination Wedding hilfreich. 24,1 % würden sich zudem Unterstützung von Familie und Freunden wünschen, während 17,7 % der Befragten eine Hochzeit im Ausland mit der Hilfe eines Wedding Planners als realistischer einschätzen würden.

Regionale Unterschiede bei den Hochzeitskosten

Nirgendwo sonst beeinflussen Kosten die Hochzeitsplanung so stark wie in NRW

Infografik zeigt den Anteil der Deutschen, die Kosten als größte Hürde bei der Hochzeitsplanung nennen, aufgeschlüsselt nach Bundesländern
Kosten als größte Herausforderung bei der Hochzeitsplanung in Deutschland nach Region

Während die Kosten für die meisten der wichtigste Entscheidungsfaktor bei einer Destination Wedding sind, gibt es dennoch regionale Unterschiede. Unter den Befragten, die das benötigte Budget als größte Hürde sehen, stammt mit 23,2 % der größte Anteil aus Nordrhein-Westfalen. Dahinter folgen Bayern (18,1 %), Baden-Württemberg (10,1 %), Niedersachsen (8,8 %) und Hessen (8,6 %).

Paare aus Frankfurt am Main (14,7 %) sind dagegen besonders besorgt, ob Freunde und Familie an einer Hochzeit im Ausland teilnehmen können. Ähnlich sehen es Paare aus München (14,2 %) und Düsseldorf (13 %), die die Anwesenheit ihrer Gäste ebenfalls als zentrale Sorge nennen.

Insgesamt zeigt sich im Bridebook Wedding Report: Hochzeiten im Ausland liegen 2026 im Trend. Finanzielle, organisatorische und rechtliche Herausforderungen machen jedoch deutlich, warum der Traum einer Destination Wedding für die meisten dennoch unerfüllt bleibt.

Methodik

Im Rahmen einer Online-Umfrage wurden 609 Personen aus allen 16 deutschen Bundesländern zu ihren Einstellungen gegenüber Destination Weddings befragt.

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Nadia Essawy
Letzte Aktualisierung: 18. Juni 2026